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Burnout - woran merke ich, dass ich mitten drin steck?

Aktualisiert: 8. Feb. 2023



Behind the Scences


Vor einigen Jahren dachte ich, ich sei unverwüstlich. Ich war eine junge, ambitionierte Wissenschaftlerin mit einem großartigen Job, einem schönen Haus und einer tollen Familie. Doch irgendwann fing dieses Glücksgefühl an, zu verschwinden. Ich bemerkte, dass ich ständig müde und gestresst war und dass meine Arbeit mich immer mehr nervte, aber nicht mehr erfüllte. Ich zog mich zurück, vermied auch soziale Kontakte, um mit niemandem über meinen inneren Zustand sprechen zu müssen. Ich wusste, dass ich etwas ändern musste, aber ich wusste nicht, wie.

Vielleicht geht es dir gerade auch so, wie mir damals?

Dann ist dieser Beitrag hier für dich. Er soll dir das Konzept des "Burnout" näher bringen. Ich las damals alles, was ich darüber finden konnte, und ich realisierte, dass ich nicht allein war. Das wünsche ich mir ebenso für dich.

Denn eins ist sicher: Viele Frauen in unserem Alter leiden unter den gleichen Symptomen wie ich früher.


Einige Zahlen und Fakten über Burnout


In Deutschland leiden rund 1,7 Millionen Menschen unter den Folgen eines Burnouts. Davon sind zwei Drittel Frauen.


Warum ist das so?


Wir Frauen befinden uns häufig in einem Konflikt:

Einerseits wünschen wir uns beruflich Erfolg zu haben, andererseits wollen wir unsere Beziehungen pflegen und unsere Familie glücklich sehen. Dieser Konflikt ist oft der Grund, warum wir Frauen das Gefühl haben, dass wir nicht genug tun. Wir geben uns selbst die Schuld, wenn wir uns nicht gut fühlen oder wenn etwas in unserem Leben nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen. Damit sind du und ich nicht allein.


Jeden Tag spüren es mehr und mehr Frauen: Sie sind erschöpft, ausgelaugt, leer. Das Gefühl ständiger Anspannung und die Sorge, nicht gut genug zu sein, lassen sie kaum noch zur Ruhe kommen. Die Angst, den Anschluss zu verlieren, treibt sie an.



Was ist “Burnout”?

Burnout ist keine Erkältung, die man sich einfach so 'holt'. Vielmehr ist ein Zustand körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung, der durch lang anhaltenden Stress verursacht wird. Es kann sich schleichend entwickeln und sich auf alle Aspekte des Lebens auswirken. Manche Frauen werden davon jedoch auch “plötzlich” überrascht, weil einfach “nichts mehr geht”. Viel zu lange haben sie versucht, alles unter Kontrolle zu halten und perfekt zu sein. Irgendwann häufen sich jedoch die Symptome und langsam vermuten wir, dass irgendwas nicht stimmt. Doch bis wir uns ehrlich eingestehen, dass wir auf dem Weg in einen Burnout sind, vergeht bei den meisten Frauen vermutlich noch einige Zeit.



Das ist typisch bei einem Burnout

Die Symptome von Burnout können sich in Gefühlen von Hoffnungslosigkeit, Frustration und Wut äußern. Vielleicht fühlst du dich einfach auch oft erschöpft und ausgelaugt, weinst mehr als sonst, kannst dich schlechter konzentrieren und wirst irgendwie immer unproduktiver.

Wenn du bis hierhin schon ein paar mal genickt hast, dann atme mal tief durch und überprüfe für dich auch mal folgende körperliche Faktoren:

  • Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Magen/Darm-Beschwerden, Verdauungsprobleme, Krauslaufprobleme, Herzrasen, Schwindel oder erhöhter Puls

  • Schlafstörungen: Probleme beim Ein- / Durchschlafen

  • Innere Unruhe, Nervosität, Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit


Woher kommen diese Symptome und was ist mit mir los???


All die Symptome sind Reaktionen deines Körpers auf deine aktuelle Lebenssituation. Unser Körper spricht in Empfindungen und möchte dich so aufmerksam machen, dass etwas in deinem Leben und somit in dir aus dem Gleichgewicht geraten ist und nicht mehr stimmt. Er übersetzt quasi Unbewusstes in Sichtbares.


Unser Leben ist heute voll. Voll von Möglichkeiten und To DO´s. Immer öfter im Alltag schießen Stresshormone durch unseren Körper, um im wahrsten Sinne des Wortes den Alltag “zu überleben”.


Doch wir sind für Dauerstress nicht gemacht. Und so zeigen sich mit der Zeit körperliche Beschwerden an schwachen Stellen unseres Körpers.


Überprüfe für dich selbst mal die folgenden Phrasen, die wir im Sprachgebrauch mit unseren Mitmenschen oft unbewusst benutzen:

  • Schnupfen & Co: wenn uns etwas “in die Nase fährt”, "ich hab die Nase voll von xy” "ich hab so einen Hals auf xy"

  • Rückenschmerzen, Schulterschmerzen & Co: "ich kann es nicht mehr ertragen"

  • Magenprobleme: wenn dir etwas “auf den Magen schlägt”, du etwas “verdauen musst”, dich etwas “ankotzt” oder

  • Ohrgeräusche: "ich kann es nicht mehr hören"

  • Kreislauf / Herz: "es bricht mir das Herz"

  • Schwindel: "alles dreht sich nur noch um xy"


Der häufig unbemerkte Weg in den Burnout


Burnout tritt nicht plötzlich auf, sondern verläuft in 4 Phasen.


1. Alarmphase :

Du bist oft aufgeregt und angespannt und spürst deutliche körperliche Symptome wie u.a. Herzklopfen, Zittern, Schweißhände und Anspannung. Vielleicht grübelst du viel, was du anders machen sollst, um die Situation zu lösen. Vielleicht hast du auch eine Idee, was helfen würde, jedoch Angst davor, sie umzusetzen.

  • Diese Phase können wir manchmal jahrelang durchlaufen, sie kann sich in verschiedenen Bereichen des Lebens zeigen. Eine gewisse Zeit geht es auch gut, doch es gelingt uns immer weniger, in den Dialog mit uns selbst oder anderen zu treten und Lösungen zu finden.

2. Widerstandsphase:

Hier zeigen sich deine körperlichen Symptome schon chronisch dort, wo dein Körper Schwachstellen hat (Herz-Kreislauf, Migräne, Rückenschmerzen, Bandscheiben, Ohrgeräusche, Verspannungen, Schwindel,…). Eine ganz wichtige Botschaft für dich: Auch wenn keine organische Ursache gefunden wird, du bist kein Hypochonder! Wenn dein Körper dir etwas zeigt (durch Schmerzen), ist etwas! Aber nicht immer an der Stelle, wo wir es fühlen. Dauerhafter psychischer Stress manifestiert sich in körperlichen Symptomen und irgendwann werden daraus tatsächlich medizinische Befunde.

  • In dieser Phase kämpfst du innerlich unbewusst gegen das an, was ist. Vielleicht sind es Gefühle und alte Verletzungen, die unendlich schmerzvoll sind. Vielleicht willst du eine Lebenssituation schon lange nicht mehr so weiterführen. Egal was für ein unbewusster innerer Widerstand in dir tobt, du beginnst ihn irgendwann, über den Körper zu fühlen.

3. Erschöpfungsphase:

In der Widerstandsphase, in der du gegen all das ankämpfst, was du nicht willst, hast du all deine Energie und Kraft verbraucht. Je konfliktreicher dein Leben wird (innerliche, wie äußere Konflikte), desto mehr brennst du innerlich aus. Vielleicht arbeitest du noch mehr, um dir selbst zu beweisen, dass du noch leistungsfähig bist. Doch die Wahrheit sieht anders aus: Konzentrationsstörungen, Gedankenabbrüche in Meetings und unendliche Grübelei sind an der Tagesordnung. Begleitet von Schlaflosigkeit und permanenter Müdigkeit.

  • Häufig verlieren wir in dieser Phase den Glauben an uns selbst, an die anderen und haben keinen richtigen Halt mehr im Leben. Du “fühlst nichts”, deshalb glaubst du, alles ist normal. Doch in Wirklichkeit hast du es geschafft, schmerzhafte Gefühle “wegzudrücken” und “stumm zu stellen”, damit sie dir nicht mehr weh tun und dich verletzen. Häufig erkennst du das an einer “egal”-Einstellung, du funktionierst eigentlich nur noch.

4. Rückzugsphase:

Statt die Situationen, die dir Kraft und Energie rauben, zu verlassen oder zu verändern bist du da geblieben, hast ausgehalten, gekämpft, resigniert und dich nun selbst abgestellt. Du verlierst immer mehr den Kontakt zu dir selbst, zu deinen Gefühlen. Im Außen ist vielleicht noch alles in Ordnung, doch du selbst als Mensch bist fast nicht mehr vorhanden. Schlaflosigkeit, Schmerzen, Infekte - Alles wird einfach nur noch zu viel und immer mehr.

  • Irgendwann wird selbst Einkaufen, Haare föhnen, Duschen, Essen kochen anstrengend und zu viel. In diesen Momenten bemerkt dein Umfeld vielleicht zum ersten Mal, dass etwas nicht stimmt. Du selbst nimmst dein Leben nur noch wie durch Watte wahr und isolierst dich immer mehr, um dich vor noch mehr Reizen zu schützen und um die Kontrolle nicht vollends zu verlieren.


Eine Gute und eine schlechte Nachricht für dich:


Die schlechte Nachricht zuerst: Je später dir bewusst wird, dass du in einer Burnout Spirale steckst, desto umfangreicher und länger ist der Weg zurück ins unbeschwerte Leben. Häufig benötigen Betroffene ebenso lang aus der Spirale heraus, wie es auch hinein gedauert hat.


Die gute Nachricht: Es gibt immer einen Weg zurück. Und der Burnout, egal in welcher Phase du ihn bemerkst, war bis jetzt bei jedem betroffenen Person, mit der ich gesprochen habe, ein Wendepunkt in ihrem Leben hin zum Positiven. So auch bei mir. Ich sage nicht, dass es leicht ist. Aber dass es sich lohnt!



Frage dich einmal ganz selbst-ehrlich:


Wie geht es mir gerade wirklich?


Wenn du dir nicht sicher bist, was bei dir los ist, empfehle ich dir ein offenes Gespräch mit deinem Hausarzt/deiner Hausärztin. So hat es auch bei mir begonnen. Hier bekommst du in jedem Fall erste Hilfe und wirst ernst genommen. Die erste Hilfe kann unterschiedlich aussehen, je nachdem wie schlecht es dir wirklich geht.


Wichtig für dich zu wissen:

Doch je erschöpfter du dich fühlst, solltest du auch immer ärztliche & therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Denn Coaches sind keine Therapeuten. Doch leider sind Therapieplätze in Deutschland Mangelware. Die Zusammenarbeit mit einem gut ausgebildeten (!) Coach kann dir zu Beginn eines Burnouts, aber auch in der Wartezeit auf einen Therapieplatz helfen, einen gesunden Umgang mit Stress, innerem Druck und überfordernden Gefühlen zu erlernen.




Die konsequenteste Burnout-“Therapie”


Egal ob Coaching oder Psychotherapie - in jedem Fall ist es wichtig für deine Genesung, dass du lernst, den Kontakt und die Beziehung zu dir selbst wieder aufzunehmen.


Mein Coaching kann hier eine gute Lösung zur Prävention eines Burnouts sein, oder aber auch eine Zwischenlösung, während du auf einen Therapieplatz wartest.



Mein Ansatz ist es, dich als Ganzes zu sehen und dich nicht in Schubladen zu stecken.


Meine Klientinnen lernen im Coaching, wie sie "gestresst sein" im Körper bemerken, wie sie unangenehme Gefühle annehmen und bejahend fühlen können, statt wegzudrücken. Sie erkennen alte stressauslösende oder stressverstärkende Glaubenssätze aus der Vergangenheit und entwickeln Schritt für Schritt einen liebevolleren Umgang mit sich selbst in stressigen Momenten.


Wenn du dich in deiner aktuellen Situation von mir als Coach unterstützen lassen möchtest, dann buch dir gern ein kostenloses Kennlerngespräch. In diesem lernen wir uns kennen und finden heraus, ob und wie ich dich mit meiner Arbeit unterstützen kann.



Link klicken und kostenloses Kennlerngespräch buchen


Du bist wundervoll und immer gut genug!

Alles Liebe, Sindy



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